FDP setzt sich weiterhin für Bergbaubetroffene ein
Der bergbaupolitische Sprecher der FDP Saar, Dieter
Heim erklärt zum
heutigen Urteil des Landgerichts Saarbrücken
bezüglich der
bergbaubedingten Beeinträchtigungen des
Wohnwertes:
"Der Bundesgerichtshof hatte erstmalig in einem
grundsätzlichen Urteil
die Beeinträchtigung des Wohnwertes durch die
anhaltenden
bergbaubedingten Erschütterungen anerkannt. Diese
richtungsweisende
Entscheidung wurde seitens der FDP ausdrücklich
begrüßt.
In seinem Urteil vom 25.11.2011 hat das Landgericht
Saarbrücken in
einem Einzelfall als Voraussetzung für die
Anerkennung einer
Entschädigung die Grundlagen für den
Ausgleichsanspruch sowie die
Häufigkeit und Intensität der Erschütterungen
festgelegt. Das
Bergbauunternehmen ist jetzt gefordert, mit den
Betroffenen auf der
Grundlage des Urteils einen praktikablen und für
beide Seiten
akzeptablen Weg bei der Festsetzung und Abwicklung
der Ansprüche
vorzunehmen.
Wenn das Urteil rechtskräftig wird, Revision ist
zugelassen, besteht
für viele Grundstückseigentümer in den Gemeinden
Nalbach, Lebach und
Saarwellingen die Berechtigung für eine Entschädigung
durch
bergbaulich bedingte
Beeinträchtigungen.
Zu verdanken ist dies einem Betroffenen aus
Falscheid, der den Mut und
die Ausdauer hatte, zusammen mit der Stadt Lebach,
auf deren Betreiben
hin der Klageweg bis in letzter Instanz verfolgt
worden ist.
Auf Grund der notwendigen Voraussetzungen für die
Geltendmachung einer
Entschädigung ist es sinnvoll, durch Rücksprache bzw.
Unterstützung
mit den örtlichen IGABs sich Klarheit über die
Situation und
Entschädigungsleistungen zu verschaffen. Wegen
möglicher
Verjährungsfristen sollte dies bald
geschehen.
Wenn der Abbau der Kohle in einem halben Jahr beendet
sein wird, geht
die Schadensabwicklung weiter. Sie wird brisanter,
wenn das
Unternehmen die Förderung eingestellt hat. Wie
schwierig dies wird,
zeigt die Ablehnung einer Entscheidung der
Schiedsstelle hinsichtlich
der Anerkennung eines merkantilen Minderwertes.
Deshalb müssen
weiterhin die Belange der Bergbaubetroffenen
intensiv, beharrlich, mit
Augenmaß für das Mögliche und rechtlich Machbare
verfolgt werden.
Insbesondere werden uns die sog. Ewigkeitskosten noch
lange Zeit
beschäftigen. Die zur Deckung dieser Schäden
gegründete Kohlestiftung
darf nicht zu einem strukturpolitischen Instrument,
wie dies in
Nordrhein-Westfalen angedacht wird, umfunktioniert
werden.
Strukturpolitisch ist es ist für die betroffenen
Kommunen wichtig, mit
dem Nachfolgeunternehmen über die Nutzungsänderungen
der Immobilien
bzw. über das Weiterbestehen von Anlagen zu
verhandeln, um eine gute,
tragbare Lösung für alle Betroffenen zu
erreichen.
Der Bergbau hat unser Land und die Menschen über 250
Jahre geprägt.
Jetzt, da der Bergbau zu Ende geht, gilt es, die
dauerhafte Erinnerung
daran zu bewahren und zu pflegen, nicht
verherrlichend und nicht
dämonisierend, sondern nüchtern die guten und die
schlechten Seiten
aufzuzeigen und der Nachwelt zu
erhalten."
Ansprechpartnerin:
Petra Meiser
Pressesprecherin FDP-Saar
Presse@fdp-saar.de
0160-6138557
FDP Gemeindeverband Nalbach
